Restaurant des Monats
Wer hat nicht schon alles dort ge-speist... Von Turgut Ozal, dem ehemaligen Präsidenten der Turkei, iiber Großindustrielle wie Vehbi Koc, Modezaren wie Vital! Hakko bis hin zu Kunstlern wie Jbo" Ibrahim Tatlises ließen es sich alle kostlich munden.
Dabei hatte alles ganz bescheiden begonnen. Als junger Bursche verliert Mehmet Akdag, der Besitzer des be-ruhmtesten Restaurants Antalyas, seinen Vater. Er beginnt als Lehrling in einem Lo-kal zu arbeiten und kann so sich und seine Mutter ernahren. Er hat Gluck im Un-gluck: Sein Meister Haci Hasan war der Koch Atatiirks und fur seine kb'stlichen Speisen in Antalya beruhmt.
Wenige Jahre später eroffnet der jun-ge Mehmet sein eigenes Lokal. Dort bietet er Suppen an, die Kunden sind in der Umgebung arbeitende Händler und Handwerker. Das Gluck will es, daß eine Reisegruppe von 350 Griechen, die im Zuge des Bevolkerungsaustauschs nach dem Ersten Weltkrieg Antalya hatten ver-lassen mussen, zu Besuch in ihre Heimat kommen. Ihnen gibt derdamalige Biirger-meister ein Essen. Mehmet Akdag nimmt die Organisation des Essens auf sich, kann sich auf Raten Geschirr und Be-steck fur 350 Gäste erstehen, und gibt ein erfolgreiches Essen, das seinen Ruhm in Antalya begrundet. Der dankbare Biirger-meister vermietet ihm anschließend giinstig ein geeignetes Lokal: Der erfolg-reiche junge Waise ist Restaurantbesit-zer.
Doch Mehmet Akdag ist nicht nur von Gluck verfolgt. Sein erstes Restaurant brennt durch einen Kurzschluß bis auf die Grundmauern nieder. Am härtesten trifft es ihn, daß bei dem Brand alle die Aus-zeichnungen und Briefe begeisterter inund ausländischer Gäste unwiderruflich zu Asche werden.
Mit ,,Sieben Mehmet" (den Spitzna-men erhielt Mehmet Akdag aufgrund ei-ner Narbe an der Stirn, die der arabischen Ziffer 7 ähnelte), starb 1988 der große Meister der Kuche Antalyas. Doch er hin-terließ zwei ebenso begabte So'hne. Hakký und Sadik Akdag fuhren den Beruf ih-res Vater heute im schonsten Restaurant Antalyas fort. Am westlichen Ende des wunderschb'nen, weitläufigen Ataturk Parks mit seinen subtropischen Pflanzen und kiinstlichen Bächen und Teichen gelegen, uberblickt es die Bucht von Antalya. 400 Personen konnen im Innenbere-ich des Restaurants speisen, im Sommer erhoht sich die Kapazität durch die weit-läufige Terrasse auf 800 Gäste. Unter dem pyramidenformigen Dach, das das neue Wahrzeichen der Stadt zitiert, die Pyramide des Kongreß und Kulturzen-trums Antalya, werden turkische Speisen und leckere Fischgerichte zelebriert. Be-ruhmt ist 7 Mehmet fur seine Rebhuhn-und Hasenspezialitäten, sonst in der Tiirkei eher selten anzutreffenden Wildbretarten. Zu den Favoriten der hauptsächlich tiirkischen Gäste zählen auch die stun-denlang auf Holzkohlenfeuer gekochte Kuttelnsuppe und eine Spezialität Antalyas: suß eingelegter Kürbis mit Sesamsoße und gerosteten Walnussen.
Trotz der hervorragenden Qualität der Speisen und dem edlen Ambiente iiber-zeugen auch die Preise: Ein durchschnitt-liches Menu mit Vor-, Haupt- und Nach-speise plus einheimischen Alkoholika kommt auf ungefähr 15 Euro zu stehen. Abends sollte man reservieren.
Erreichbar ist das Restaurant per Bus und Dolmus in Richtung Konyaalti Oder mit der Straßenbahn bis zur Endhaltestel-le Museum Antalya. Danach folgt ein zir-ka zehnminiitiger Spaziergang durch den sehenswerten Ataturk Park.
Adres: Atatürk Kültür Parký, No: 333, Antalya
Tel: 0 242 238 52 00
Tel.: 0242/238
52 00